Vorträge Studienwoche 2026
Kommunikation in Zeiten der Sprachlosigkeit
in Deutschland, der EU und weltweit
Vortrag 1
Prof. Dr. Jürgen Manemann
Prof. Manemann studierte in Münster Katholische Theologie. 1997 und 2011 war er Coolidge-Fellow der Association for Religious and Intellectual Life in America an der Columbia University/New York. 2008 war er Gastprofessor an der Dormitio-Abtei in Jerusalem. Er arbeitet an einer Human-Ökologischen Politikethik und beschäftigt sich mit Fragen der Umweltphilosophie, und Fragen zu neuen Demokratie- und Politiktheorien. Wir freuen uns auf seinen Einführungsvortrag zu unserer Studienwoche.
Vortrag 2
„Die Macht der Sprache“
Dr. Johannes Sabel
Dr. Johannes Sabel ist Direktor der Akademie Franz Hitze Haus eine Einrichtung des Bistums Münster. Sabel leitet derzeit das Katholische Bildungswerk Bonn. Er studierte Germanistik, Katholische Theologie und Erziehungswissenschaft in Münster und promovierte in Tübingen in „Neuere Deutsche Literaturwissenschaft“.
Er war Fellow am Leo-Baeck-Institute New York und Referent für die Studienstiftung des Deutschen Volkes. An der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und am Jewish Theological Seminary New York wissenschaftlich tätig. Mit ihm sprechen wir u.a. über den christlichen Sprachgebrauch im Netz und der Aneignung christlicher Sprache und Symbolik durch politische Gruppen.
Vortrag 3
“Die KI diskutiert mit mir!”
TBA
Vortrag 4
“Kriegstüchtigkeit und Grundrechte”
Dr. Stefan Luft
Stefan Luft ist Privatdozent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bremen. Er ist gemeinsam mit Sandra Kostner Herausgeber des jüngst erschienenen Bandes „Ukrainekrieg. Warum Europa eine neue Entspannungspolitik braucht.“ (Westend Verlag).
Angesichts der gegenwärtigen Weltlage wollen wir mit Dr. Luft die von der Politik geforderten sog. „Kriegstüchtigkeit“ diskutieren. Er warnt, dass westliche Demokratien im Namen der „Kriegstüchtigkeit“ in eine Logik abrutschen, die Kritik delegitimiert, Grundrechte einschränkt und damit selbst inhuman wird. Auch die Rolle der Medienberichterstattung über den Krieg in der Ukraine – und jetzt gegen den Iran – wird kritisch zu betrachten sein.
Vortrag 5
„Mit Nazis reden?!“
Simone Rafael
Simone Rafael ist Journalistin und Kunsthistorikerin mit dem Schwerpunkt digitaler Rechtsextremismus und Netzpolitik. Sie arbeitet als Kommunikationsmanagerin und ist Co-Projektleiterin des Monitorings zur Bundestagswahl 2025. Zuvor hat sie unter anderem den Digitalbereich der Amadeu Antonio Stiftung aufgebaut, die „Mut gegen rechte Gewalt“ stärkt.
Sie arbeitet an Ideen für eine digitale Zivilgesellschaft und gegen Rechtsextremismus und ist Mitglied der Task Force „Umgang mit Hate Speech“.
„Ein ganz klares Nein – mit Neonazis redet Simone Rafael nicht. Solange die nur pöbeln, bedrohen und niederschreien wollen. Allerdings argumentiert sie gegen ihre Positionen.“
Vortrag 6
„Die Notwendigkeit von Toleranz angesichts der Sprachlosigkeit im interreligiösen Dialog nach dem 7. Oktober 2023“
Dr. Michael Schober
Dr. Michael Schober ist als Beauftragter für interreligiösen Dialog des katholischen Bistums Osnabrück sowohl im jüdisch-christlichen wie im christlich-islamischen Dialog unterwegs.
Nach dem 7. Oktober 2023 ist dies zu einem spannungsreichen Unterfangen geworden, das an einigen Stellen zur Sprachlosigkeit geführt hat. Der promovierte Friedensethiker, der neben der Kath. Theologie auch Germanistik und Politikwissenschaft studiert hat, analysiert die prekäre Lage aus der Perspektive eines im interreligiösen Dialog Aktiven, der die gewachsene Verbindung zu seinen jüdischen wie zu seinen muslimischen Gesprächspartner*innen gleichermaßen wahren möchte.