Die IAKM denkt an…

 

*1932 – † 08. November 2022

Walter Aulehla

Unser Ehrenmitglied Walter Aulehla ist gestorben. Walter ist 90 Jahre alt geworden. Wir sind sehr traurig. Walter war ein so herzensguter Mensch und hatte ein so reiches Wissen. Er strahlte Lebensfreude und Mitmenschlichkeit aus und hat uns immer wieder mit Geschichten von den Anfängen des Vereins bereichert. Denn er war der Einzige von uns, der die Gründung der IAKM selbst miterlebt hat. Während einer Fahrt auf dem Rhein von St. Goar nach Rüsselheim im Jahr 2014 hat er mir von den Anfangsjahren erzählt.

Zum Vorbild für die Gemeinnützigkeitsverordnung nahmen die Gründer die Fassung des Fußballvereins „VFB-Stuttgart“. Das amüsierte Walter bis zuletzt, hat mir sein Sohn Rudolf jetzt berichtet. Auch, dass Walter bis zuletzt regen Anteil am Programm der IAKM nahm. Sein Sohn hat ihm immer wieder aus dem Internet vorgelesen, worüber wir diskutieren und was uns während der Studienwochen und auch zwischendurch beschäftigt.

Walter Aulehla war ursprünglich Lehrer für Deutsch, Musik, Geografie und Geschichte, aber auch Chorgesang und Spielmusik. Seit Anfang der 70er Jahre bildet er als Professor für Mediendidaktik und Unterrichtstechnologie an der Pädagogischen Akademie der Erzdiözese Wien Lehramtsstudent:innen aus. Auch nach seiner Pensionierung spielte er jeden Freitag Orgel in der Kapelle eines Pflegeheims.

Walter war ein großartiger Filmkenner und -kritiker. Er hat die Studienwochen mit seinem Wissen über Filme bereichert und unsere Kontemplation mit seinem wunderbaren Orgelspiel untermalt. Bewundernswert fand ich immer, dass er bis ins hohe Alter die weiten Reisen aus Wien zu den jährlichen Studienwochen in Angriff genommen hat. Mit dem Zug reiste er an, sogar bis an die polnische Grenze fuhr er zum Schluss gemeinsam mit seinem Enkel, weil er dabei sein wollte, weil er neugierig war und nie aufhören wollte zu lernen.

Als Mitgründer des Vereins wird er uns immer im Gedächtnis bleiben. Seine Fachkenntnis und seine Persönlichkeit werden uns in Zukunft fehlen – aber in unseren Herzen bleibt er lebendig.

Für das Präsidium der IAKM Michaela Heiser Präsidentin

*16. Juni 1948 – † 07. Dezember 2022

Otmar Schöffler

Unser langjähriges Mitglied, Referent und Werkstattleiter Otmar Schöffler ist gestorben. Er ist 74 Jahre alt geworden. Otmar war ein wunderbarer Mann. Trotz seiner schweren entzündlichen Rheumaerkrankung habe ich ihn nie jammern hören. Er ließ sich nicht unterkriegen, auch wenn es ihm gesundheitlich nicht gut ging. Stets hatte er ein neues Projekt im Sinn: Einen Vortrag über seine geliebte klassische Musik, eine Reise zu einem Konzert oder eine Veranstaltung, die ihm am Herzen lag.

Er mochte Friedhöfe. Gleich im Wald hinter der Tagungsstätte in Bad Alexandersbad gibt es einen Friedhof. Dort hatte ich einen ungewöhnlichen Grabstein entdeckt, mit einem blauen Stein. Den wollte Otmar unbedingt sehen. Damals war er schon schlecht zu Fuß. Also fuhren wir mit dem Auto dorthin. Er machte ein Foto und erzählte mir von seiner Sammlung mit Grabsteinfotos von Friedhöfen in ganz Europa. Gesammelt hat er aber nicht nur seine Fotos, sondern auch Schallplatten und CDs. In seiner Wohnung in Münster sind die Regale bis an die Decke randvoll gefüllt.

Otmar Schöffler war als Leiter der Medienstelle des Erzbistums Münster zur IAKM gestoßen. 36 Jahre baute er für das Erzbistum die Hauptabteilung Schule und Erziehung des Bischöflichen Generalvikariats auf. Auch hier war das Sammeln seine Leidenschaft. Im Nachruf des katholischen Magazins „Kirche und Leben.de“ zitiert der Autor einen Kollegen Otmars: „Zu seinem Dienst- antritt 1974 fand Otmar Schöffler rund 500 Medien vor; bei seiner Verab- schiedung 2010 umfasste das Angebot rund 7.500 Titel.“ Otmar liebte die

Musik und ließ uns in seinen Vorträgen während der Studienwochen an seinem Kenntnisreichtum teilhaben. Es war eine große Ehre, ihm zu hören zu dürfen.

Jetzt ist er verstummt, aber wir werden ihn nicht vergessen. Seine tiefe Menschlichkeit, sein Interesse an dem, was Andere bewegt, seine Neugier auf das, was in der Welt vor sich geht. Wir sind dankbar, dass er einer von uns war. Seine tiefe Zugehörigkeit zu unserer Gemeinschaft zeigt er uns auch jetzt, indem er für seine letzte Reise auf Blumen verzichtet und um Spenden für den Verein bittet.

Wir sind erschüttert, dass es doch so schnell ging und sind sehr froh, Otmar als Teil der IAKM und als großen Menschen in Erinnerung zu behalten.

Für das Präsidium der IAKM Michaela Heiser